Architektur

„Der Star des Museums ist das Denkmal!“

So drückt es MiQua-Direktor Dr. Thomas Otten in aller Kürze aus. Damit meint er die originalen archäologischen Funde und Befunde, die vor und unter dem Kölner Rathaus ausgegraben wurden. Aus dieser Grundmaxime heraus hat sich das Museumskonzept entwickelt, das vom Ort ausgeht. Hier wird ausgestellt, was auch hier gefunden wurde.

„Ich bin überzeugt, dass MiQua ein wichtiges Museum zur Geschichte der Stadt und der darin seit Jahrhunderten wohnenden Bevölkerung sein wird, und natürlich kann es an keinem anderen Ort stehen als genau vor dem Rathaus, dem Ort wo einst die Synagoge stand und die Mikwe noch zu sehen ist. Das wird eine echte Bereicherung für Köln.“

Prof. Dr. Barbara Schock-Werner, Kölner Dombaumeisterin a.D.

Über diesem europaweit einzigartigen archäologischen Ort entsteht als hallenartiger Schutzbau das Gebäude des MiQua. Im Inneren stützenfrei bietet es im Obergeschoss Flächen für Dauer- und Wechselausstellungen, für Veranstaltungen sowie die nötigen Funktionsräume wie Foyer oder Kassenbereich. Zugleich ermöglichen Lufträume über den archäologischen Befunden der Römerzeit, Synagoge und Mikwe (jüdisches Ritualbad) vielfältige Einsichten direkt aus der Ausstellungsebene in die unterirdische Archäologie.

„Die erste Aufgabe der neuen Architektur ist es, die 2000 Jahre alten geschichtlichen Fragmente in situ durch einen Schutzbau zu erhalten, sichtbar zu machen und – da Steine nicht sprechen, oder man nur das sieht, was man weiß – den Raum für weitere Exponate und Erläuterungen zu schaffen. Die Worte der New York Times über diesen Ort – Discover a lost world – könnten gleichsam das Motto des neuen Hauses sein.“

Prof. Wolfgang Lorch, Wandel Lorch Architekten

Im Juni 2008 war das Saarbrücker Architekturbüro Wandel Höfer Lorch + Hirsch (so der damalige Name) als Sieger aus einem internationalen Wettbewerb hervorgegangen, den die Stadt Köln gemeinsam mit der Fördergesellschaft ausgeschrieben hatte.


Ein verlorener Platz entsteht neu

  • Dieser Stich zeigt, wie der Platz zum Teil bereits im Mittelalter ausgesehen hat. Der Bereich um die Rathauslaube war sehr eng bebaut. Gegenüber der Laube mit einer Mauer teilweise abgetrennt liegt die Ratskapelle bzw. mittelalterliche Synagoge.
  • Das schwarz-weiß Foto von 1935 zeigt die Renaissance-Laube des Kölner Rathauses. In der rechten Bildhälfte ist die ursprüngliche Platzbebauung erkennbar. Aus Sicht der Betrachtenden ist links neben der Laube ein weißes Auto geparkt.
  • Wie diese simulierte Ansicht zeigt, liegt der Haupteingangs des künftigen MiQuas schräg gegenüber der Renaissance Laube des Kölner Rathauses. Die Betrachter*innen dieses Bildes stehen zwischen Rathausturm und Spanischem Bau und schauen Richtung Judengasse.

Das neue Gebäude wird aber auch eine weitere Wirkung haben: Das MiQua gibt dem Rathausplatz seine historische städtebauliche Geschlossenheit zurück, wie die Bildfolge auf dieser Seite zeigt. Der Bau, so die Stadt Köln in ihrer Pressemitteilung zur Grundsteinlegung für das MiQua am 28. Juni 2018, „bildet die Fassung für die Renaissance-Laube des Rathauses und schafft auf der Südseite mit einer breiten Freitreppe einen spannungsvollen Raum zum Wallraf-Richartz-Museum“. Dieser Platz wird Augustusplatz heißen, benannt nach dem römischen Kaiser. Zwischen Neubau und Rathaus wird die historische Judengasse wiedererstehen.

Die simulierte Außenansicht des künftigen MiQuas zeigt den neuen Museumsneubau in seiner zukünftigen Umgebung. Links im Bild und damit direkt gegenüber des MiQua an der Straße Obenmarspforten liegt das Wallraf-Richartz Museum, auf der anderen Seite der Straße Unter Goldschmied ist mit dem Duftmuseum der Firma Farina ein weiteres Museum untergebracht. Zwischen Wallraf und MiQua wird ein Platz mit Treppenstufen entstehen.
Ein neuer innerstädtischer Platz entsteht zwischen Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud (links) und dem MiQua (rechts). Er wird Augustusplatz heißen nach dem römischen Kaiser Augustus. © Wandel Lorch Architekten
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